Konzeption

Konzeption vom Kinderhort “Körnerstrasse”

GLIEDERUNG

Einleitung 4

1. Rahmenbedingungen 5
1.1. Träger 5
1.2. Rechtliche Grundlagen 5
1.3. Finanzierung 5
1.4. Lage des Hortes 6
1.4.1. Allgemein 6
1.4.2. Stadtteilbezogen 6
1.5. Klientel und dessen Lebenswelt 7
1.6. Größe der Einrichtung 8
1.7. Räumlichkeiten 8
1.8. Öffnungszeiten 9
1.9. Schließzeiten 9
1.10. Tagessablauf 9
1.10.1 Während der Schulzeit 9
1.10.2. Während der Ferienzeit 11
1.11. Mittagsverpflegung 11
1.12. Personelle Ausstattung 12
1.12.1. Teamarbeit 12
1.12.2. Pädagogische Arbeit 12
1.12.3. Verfügungszeit 13
1.13. Aufnahmeverfahren 13
1.13.1. Vormerkungen 13
1.13.2. Aufnahme 14
1.14. Qualitätssicherung 14
1.14.1. Teilnahme an Fortbildungen 14
1.14.2. Erstellung von Anamnese- und Beobachtungsbögen 14
1.14.3. Anfertigung von Dokumentationen 14
1.14.4. Elternbefragungen 15

2. Pädagogische Ziele und deren methodische Umsetzung 15
2.1. Leitgedanken 16
2.1.1. Humanistisches Menschenbild 16
2.1.2. Bewusstsein des soziokulturellen Umfeldes des Kindes 16
2.1.3. Werte und Normen der pädagogischen Grundhaltung 18
2.2. Pädagogische Ziele und deren methodische Umsetzung 18
2.2.1. Schlüsselkompetenzen zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben 19
2.2.2. Gesundheitsbewusstsein 20
2.2.3. Soziale Kompetenzen 22
2.2.4. Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt 24
2.2.5. Resillienz / Selbstwertgefühl 25
2.2.6. Autonomie 26

3. Besondere pädagogische Formen 28
3.1. Hausaufgabenbetreuung 28
3.2. Ferienprogramm 29
3.2.1. Innerhalb des Hortes 29
3.2.2. Außerhalb des Hortes 30
3.2.3. Ferienfreizeit 30
3.3. Freizeitgestaltung 31

4. Zusammenarbeit 33
4.1. Träger 33
4.2. Elternarbeit 33
4.3. Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat 34
4.4. Zusammenarbeit mit der Schule 34
4.5. Kooperation mit Fachdiensten und Jugendamt 35
4.6. Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden 35
4.7. Zusammenarbeit mit dem Dachverband „SOKE e.V“. 35
4.8. Zusammenarbeit mit den Fachakademien für Sozialpädagogik 36
4.9. Zusammenarbeit mit sonstigen am Entwicklungsprozess beteiligten Personen 36

5. Öffentlichkeitsarbeit 37

Schlussgedanke 38

Literaturangaben 39

Impressum 41

Einleitung

Im Mai 2007 eröffnete Frau Anke Marx in Form einer Privatinitiative eine zweigruppige Kindertagesstätte für Mädchen und Jungen von sechs bis zehn Jahren, da in der Nürnberger Südstadt ein großer Bedarf an Hortplätzen bestand. Aufgrund der Nähe zu der Kopernikusschule bot sich das leerstehende Erdgeschoss des Hauses in der Körnerstraße 100 als idealer Standort hierfür an. Im Verlauf der Zeit hat sich der Kinderhort zu einem verlässlichen, professionellen und kontinuierlichen Betreuungsangebot für Schulkinder im Stadtteil Galgenhof / Steinbühl etabliert.

Der Hort ist ein familienergänzendes Bildungs- und Erziehungsangebot. Die MitarbeiterInnen der Einrichtung arbeiten im Bewusstsein eines humanistischen Menschenbildes, welches Grundlage für den partnerschaftlichen Umgang mit Kindern und Eltern ist.

Das Hortteam will einen Lebens- und Erfahrungsraum aufbauen, der es allen Beteiligten (Kindern – Eltern – MitarbeiterInnen) ermöglicht, sich selbst und das gesamte Umfeld als Ganzes sinnvoll zu erfahren. Die pädagogischen MitarbeiterInnen sehen sich als WegbegleiterInnen, wollen Hilfestellung, Unterstützung und Anregungen geben sowie Grundlagen für das gesamte spätere Leben schaffen.

Der Hort gibt Raum für Entspannung, Spiel, Schularbeitshilfe, Anregung für schöpferische Tätigkeiten sowie Freizeitgestaltung außerhalb des Hauses.

Außerdem spielt die interkulturelle Erziehung im Hortalltag eine wesentliche Rolle. Dies bedeutet vor allem Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Religionen.

1. Rahmenbedingungen

1.1. Träger
Die KiTa „Junge Generation“UG wird von einem privaten Träger und somit von einem freien Träger der Jugendhilfe geleitet (Umwandlung in eine Gmbh ist in Planung ). Betreiberin und Leitung ist Frau Anke Marx.

1.2. Rechtliche Grundlagen
Die Einrichtung orientiert sich an dem Sozialgesetzbuch (SGB) – insbesondere an dem im SGB XIII verankerten Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) , an dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG), dem 6. Abschnitt des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) sowie an den „Empfehlungen für die pädagogische Arbeit in bayerischen Horten nach der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen“.

1.3. Finanzierung
Der Kinderhort “Körnerstrasse” wird zu je 40% vom Bezirk Mittelfranken und von der Stadt Nürnberg nach dem in Bayern gesetzlich verankerten kindbezogenen Finanzierungsmodell finanziert. Die Abrechnung erfolgt über das Jugendamt der Stadt Nürnberg. Die restlichen 20% sind Elternbeiträge.

Die Höhe des Elternbeitrages richtet sich nach der gebuchten Stundenzahl, die das Kind in der Einrichtung verbringt. Die Staffelung kann der aktuellen Gebührenliste, die im Hort vorliegt, entnommen werden. Die Mindestbuchungszeit liegt bei vier bis fünf Stunden. Getränke- und Spielgeld sind im Elternbeitrag inbegriffen.

Die Kinder haben im Kinderhort die Möglichkeit, ein warmes Mittagessen zu sich zu nehmen. Die Verpflegungskosten übernehmen die Eltern. Mit dem Nürnbergpass, den die Erziehungsberechtigten beim Amt für Existenzsicherung und Soziale Integration – dem Sozialamt der Stadt Nürnberg – beantragen können, kostet das Essen täglich nur einen Euro .

1.4. Lage des Hortes
1.4.1. Allgemein
Der Kinderhort „Körnerstrasse“ befindet sich in einer verkehrsberuhigten Zone der Körnerstraße im Stadtgebiet Galgenhof im Süden von Nürnberg in unmittelbarer Nachbarschaft zur “Kopernikusgrundschule“.

Die Einrichtung liegt zwischen den beiden U-Bahnstationen Aufseßplatz und Maffeiplatz und ist zudem durch die Straßenbahn der Linie sechs und acht gut erreichbar.

1.4.2. Stadtteilbezogen
Die Nürnberger Südstadt zeichnet sich besonders durch ihre Stadtnähe und ihre gewachsene Infrastruktur aus.

Im Verhältnis zur Gesamtstadt ist das Niveau der Bildungsabschlüsse deutlich niedriger. Es ist ein hoher Anteil an nicht oder schlecht ausgebildeten Jugendlichen zu verzeichnen.

Das in Galgenhof / Steinbühl im Vergleich zur Gesamtstadt um etwa 20 Prozent niedrigere durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen und die hohe Arbeitslosigkeit schlagen sich hier zunehmend auf die Lebenssituation der Familien im Wirkungsgebiet des Hortes nieder . Auch der sehr unterschiedliche kulturelle, soziale und religiöse Hintergrund spiegelt sich im Klientel des Hortes wieder.

1.5. Klientel und dessen Lebenswelt
In der Regel wird der Kinderhort von etwa 45 Kindern besucht. Dabei wird vom Hortteam auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen geachtet.

Die Kinder besuchen neben der Wiesen-, Sperber- und Holzgartenschule überwiegend die Kopernikusschule.

Die Kinder stammen aus den verschiedensten Kulturenkreisen, in den meisten Fällen mit einem indirekten Migrationshintergrund (Eltern etc.). In der Einrichtung sind über 20 Herkunftsländer vertreten: Bulgarien, Deutschland, Kirgisien, Kroatien, Irak, Moldawien, Polen, Russland, Sri Lanka, Thailand, Türkei, Ukraine, Vietnam, um einige Beispiele zu nennen. Es gibt keine Nation, die in einer klaren Mehrheit ist.

Alle Kinder – auch Geschwisterkinder – kommunizieren untereinander in der deutschen Sprache.

Die meisten Kinder leben mit ihren Herkunftsfamilien in Mietwohnungen.

Durch die erschwerten Lebensumstände, in denen sich viele Familien befinden, benötigen sie oftmals Hilfe durch familienunterstützende Institutionen, wie u.a. durch den Allgemeinen Sozialdienst der Stadt Nürnberg oder die Sozialpädagogische Familienhilfe.

1.6. Größe der Einrichtung
Der Kinderhort „Körnerstrasse“ ist eine zweigruppige Einrichtung, mit einer Betriebserlaubnis für 50 Kinder. Er ist im Bedarfsplan des Jugendamtes der Stadt Nürnberg enthalten. Dies entspricht zwei Gruppen von je 25 Kindern. Da im Kinderhort jedoch nach dem “Offenen Konzept” (dies bedeutet eine Auflösung von festen Gruppenzuordnungen) gearbeitet wird, sind die Kinder nicht räumlich getrennt und treten auch altersübergreifend miteinander in Kontakt.

1.7. Räumlichkeiten
Die Räumlichkeiten, die sich unscheinbar im Erdgeschoss eines vierstöckigen Wohnhauses befinden, sind freundlich und großzügig angelegt und bieten unterschiedlichste Nutzungsmöglichkeiten. Durch den Verzicht auf Einteilung der Kinder in feste Gruppen, werden gleichwertige Aktivitätszentren mit verschiedenem Erlebnis- und Bildungsgehalt, in unterschiedlich ausgestatteten Räumen geschaffen, die allen Kindern offen stehen. Sie setzen sich zusammen aus:
• einem zentralen Eingangsbereich: einem großen Raum, der als Kontaktzone dient und Raum bietet, gemeinsam zu essen oder Gesellschaftsspiele zu spielen etc.. Hier sind auch die Kindergarderoben und Büchertaschenfächer sowie eine Legoecke und eine Tafel.
• einem Bewegungsraum, dessen Wände zum Teil gepolstert sind und der mit einem an die Wand montierten, in den Raum ragenden Klettergerüst ausgestattet ist. Zudem befinden sich in dem Raum einige Turnmatten, ein Kickertisch und ein Schrank mit diversen Sportgeräten wie beispielsweise Hula-Hoop-Reifen, Bälle, Decken.
• einem Gruppenraum, der in verschiedene Spielecken unterteilt ist: z.B. Holzbausteinecke, Rollenspielecke, Kuschelecke, Playmobilecke.
• einem weiterem Gruppenzimmer, das als Kreativraum genützt wird und großzügig mit Werkbank und verschiedensten Materialien und Werkzeugen ausgestattet ist, die zur freien Verfügung stehen oder unter Anleitung benutzt werden können. Des Weiteren finden die Kinder dort eine Computer- und Leseecke vor.
• einer Küche, die geräumig genug ist, um dort in kleineren Gruppen Angebote durchzuführen. Gleichzeitig wird diese als MitarbeiterInnenzimmer genützt.

Durch die räumliche Zweiteilung des Kinderhortes gelangt man durch das Treppenhaus im Eingangsbereich des Wohnhauses direkt zu:
• einem Hausaufgabenzimmer, wo verschiedene Schulmaterialien zur Verfügung stehen,
• einem Büro
• und einem Lager.

Die Einrichtung besitzt kein unmittelbares Außengelände. Der öffentliche Annapark mit einem großen Spielplatz und diversen Sportmöglichkeiten (Fußball- und Basketballfeldern sowie Tischtennisplatten), der sich nur wenige Meter vom Hort entfernt befindet, wird vom Kinderhort „Körnerstrasse“ für externe Aktivitäten genutzt.

1.8. Öffnungszeiten
Die Einrichtung ist täglich während der Schulzeit von 7:00 Uhr bis 8:00 Uhr, wobei derzeit kein Bedarf an derartigen Buchungen von Seiten der Eltern besteht , und von 11:00 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet.

Während der Ferienzeiten gelten veränderte Öffnungszeiten, nämlich Montag bis Freitag von 7:45 bis 16:30 Uhr.

1.9. Schließzeiten
Die Kindertagesstätte ist in den Sommerferien drei Wochen und während der gesamten Weihnachtsferien geschlossen. Die Schließtage orientieren sich an den bayerischen Schulferien und werden jeweils zu Beginn des Hortjahres festgelegt. Zusätzlich schließt die Einrichtung an zwei Teamtagen.

1.10. Tagessablauf
1.10.1 Während der Schulzeit
Im Tagesablauf fest verankert sind drei Komponenten:
• gemeinsames Mittagessen
• Hausaufgaben- und Lernzeit (außer freitags)
• Freizeit sowie freizeitpädagogische Angebote

Konkretisiert bedeutet dies in der Regel:
Montag bis Donnerstag
10.00 Uhr – 11.15 Uhr Grobe Planung des Tagesablaufes,
Besorgungen, Dienstbesprechungen
11.15 Uhr – 11.30 Uhr Ankunftszeit der ersten Kinder
Vorbereitungen für das Mittagessen sowie
für pädagogische Angebote
12.00 Uhr – 12.30 Uhr Mittagessen
12.30 Uhr – 13.30 Uhr Hausaufgaben- und Lernzeit
13.30 Uhr – 14.30 Uhr Freispiel
12.15 Uhr – 13.15 Uhr Ankunft weiterer Kinder und
gemeinsames Essen
danach Hausaufgaben- und Lernzeit
14.30 Uhr – 16.00 Uhr Freizeit und pädagogische Angebote
15.30 Uhr Nachmittagsvesper
16.00 Uhr -17.30 Uhr Freizeit und Aufräumarbeiten

Freitag
10.00 Uhr – 11.15 Uhr Grobe Planung des Tagesablaufs,
Besorgungen, Dienstbesprechungen
ab 11.15 Uhr Ankunftszeit der ersten Kinder
11.30 Uhr – 12.00 Uhr Vorbereitungen für das Mittagessen sowie
für pädagogische Angebote
ab 12.00 Uhr Mittagessen
12.15 Uhr – 13.15 Uhr Ankunft weiterer Kinder
13.00 Uhr – 13.30 Uhr gemeinsames Mittagessen
bis 14.00 Uhr Freispielzeit
14.00 Uhr – 16.00 Uhr Zeit für Projekte und versch. Aktionen
16.00 Uhr – 17.30 Uhr Freizeit und Aufräumarbeiten

Diejenigen Kinder, die zur Mittagsverpflegung angemeldet sind und nach 13 Uhr Unterrichtsende haben, erhalten dementsprechend zeitversetzt ihr aufgehobenes Essen, welches aufgewärmt serviert wird.

1.10.2. Während der Ferienzeit
Die Ferienbetreuung im Kinderhort ist ein freiwilliges Angebot für die Kinder.
07:30 Uhr – 10.00 Uhr Ankunft der Kinder
bis 10.00 Uhr gleitende Frühstückszeit
ab 10.00 Uhr Ferienprogramm (siehe Punkt 3.2.)
12.00 Uhr gemeinsames Mittagessen
15.30 – 16.30 Uhr Abholzeit

1.11. Mittagsverpflegung
Im Kinderhort wird den Jungen und Mädchen während der Schulzeiten täglich ein warmes Mittagessen angeboten, das von einem Catering-Service frisch aus biologisch angebauten Lebensmitteln zubereitet und servierfertig geliefert wird.

Dabei wird auf eine ausgewogene, gesunde, abwechslungsreiche und kindgerechte Gestaltung des Speiseplans geachtet (siehe Qualitätsstandards für das Verpflegungsangebot in Schulen gefördert vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft .). Daher besteht die Mittagsverpflegung aus frischem Salat, einem Hauptgericht, und einer Nachspeise. Zusätzlich wird zweimal wöchentlich Obst angeboten.

Darüber hinaus stehen den Kindern den ganzen Tag über Wasser und Tee zur freien Verfügung. Bei Festen und Feiern werden zusätzlich Säfte gereicht.

Ethische und religiöse Essgewohnheiten der Jungen und Mädchen werden selbstverständlich berücksichtigt.

Damit sich die Kinder wohlfühlen, wird sich bemüht, eine gemütliche und familiäre Atmosphäre zu schaffen. Zu besonderen Anlässen bereiten die Jungen und Mädchen das Essen selbst zu.

In den Ferienzeiten bringen die Kinder selbst ihr Frühstück und Mittagessen mit. Letzteres wird vom Hortteam erwärmt.

1.12. Personelle Ausstattung
Das pädagogische Team setzt sich wie folgt zusammen:
• eine staatlich anerkannte Erzieherin als Leitung (Vollzeit)
• eine staatlich anerkannte Erzieherin / ein staatlich anerkannter Erzieher als stellvertretende Leitung (Vollzeit)
• eine staatlich anerkannte Erzieherin / ein staatlich anerkannter Erzieher (Vollzeit)
• eine sozialpädagogische Assistentin / ein sozialpädagogischer Assistent (Vollzeit)

Zusätzlich wird das Team durch PraktikantInnen und ehrenamtliche MitarbeiterInnen unterstützt.

1.12.1. Teamarbeit
Die Organisation, Planung und ReflexFehler! Keine Indexeinträge gefunden.ion der gesamten pädagogischen Arbeit findet in den Teamgesprächen (zweimal wöchentlich) statt. Die Ergebnisse und Inhalte werden in Kurzfassung nach dem Rotationsprinzip protokolliert. Die Mitglieder des Teams werden als gleichwertige PartnerInnen betrachtet, deren Stimmen grundsätzlich gleiches Gewicht haben. In begründeten Fällen behält sich die Leiterin ein Vetorecht vor.

1.12.2. Pädagogische Arbeit
Das pädagogische Personal strukturiert den gesamten Tagesablauf, sieht sich als konstante Bezugsperson, ModeratorIn, BeraterIn sowie als ZuhörerIn und ist sich bei seinem Handeln seiner Vorbildfunktion bewusst. Daher ist es unerlässlich, das eigene Verhalten zu reflektieren.

Die Teamorganisation für die im Kinderhort tätigen MitarbeiterInnen erstreckt sich während der Schulzeit auf drei Arbeitsbereiche, die wöchentlich wechseln:
• Hausaufgabenbetreuung
• Freispielbetreuung
• Essens- und Küchendienst.

Innerhalb des Teams wird festgelegt, wer zu welcher Zeit welche Aufgaben übernimmt. Die Hausaufgabenbetreuung wird hierbei von zwei pädagogischen MitarbeiterInnen übernommen. Die Verantwortlichkeiten der Organisation und Durchführung der methodisch-didaktischen Angebote wird in den Teamsitzungen festgelegt. Dies ist im Einzelnen aus den Dienstplänen und den Tafeln an der Informationswand im Eingangsbereich ersichtlich. Außerdem liegt von jeder pädagogischen Fachkraft eine Stellenbeschreibung vor.

1.12.3. Verfügungszeit
Jedem Mitarbeiter / Jeder Mitarbeiterin stehen 2,5 Stunden Verfügungszeit zu.
Während der Schulzeit wird diese am Vormittag genommen. Sie beinhaltet:
• Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit
• Büro- und Verwaltungstätigkeiten
• Zusammenarbeit mit Eltern, Schulen und anderen Einrichtungen / Institutionen (Öffentliche Behörden, Fachberatung, Arbeitskreise, PsychologInnen etc.)
• Anleitung der PraktikantInnen
• Hauswirtschaftliche Tätigkeiten
• Einkäufe

Aufgrund des Ferienprogramms kann in der unterrichtsfreien Zeit die Verfügungszeit kaum genutzt werden.

1.13. Aufnahmeverfahren
1.13.1. Vormerkungen
Im Februar werden die Erziehungsberechtigten der zurzeit zu betreuenden Kinder vom Team gefragt, ob sie im darauf folgenden Schuljahr den Hortplatz für ihr Kind weiterhin benötigen.

Im Februar und im März werden Vormerkungen für Betreuungsplätze angenommen. Innerhalb von drei Wochen wird im Team entschieden, welche Kinder ab September einen Betreuungsplatz erhalten (Geschwisterkinder werden bevorzugt aufgenommen). Im Einzelfall wird im Hortteam entschieden, ob unter der Berücksichtigung der Gruppensituation einem Kind mit Auffälligkeiten in seiner psychischen Konstitution und in seinem Verhalten ein Platz in der Einrichtung zugesichert werden kann. Hierbei ist eine eventuelle Aufstockung des Personalschlüssels zu überdenken, um den erhöhten Betreuungsbedarf abdecken zu können.

1.13.2. Aufnahme
Für die Aufnahme wird genügend Zeit eingeplant. Die aufnehmende Fachkraft stellt die Einrichtung und die pädagogische Konzeption dar. Die Eltern und die zuständige Fachkraft erledigen anschließend gemeinsam die Anmeldeformalitäten. Dabei werden gegenseitige Erwartungen geklärt. Des Weiteren haben Eltern und Kind die Möglichkeit, die Einrichtung zu besichtigen.

1.14. Qualitätssicherung
1.14.1. Teilnahme an Fortbildungen
JedeR pädagogische MitarbeiterIn hat das Recht und die Pflicht, an Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen. In der Regel sind hierfür zwei Tage im Jahr angesetzt. Die Thematik der Fortbildungen soll der Erweiterung der pädagogischen Arbeit dienen, daher werden diese zusammen in den Teamsitzungen ausgewählt. Die Transparenz der Fortbildungsinhalte wird ebenso in den Teambesprechungen sichergestellt.

1.14.2. Erstellung von Anamnese- und Beobachtungsbögen
Beim Anmeldegespräch wird gemeinsam mit den Eltern ein Anamnesebogen ausgefüllt. Außerdem ist das „Vorsorgeuntersuchungsheft“ vorzulegen.

Des Weiteren wurde ein Beobachtungsbogen erstellt, der zum einen Anamnesedaten erfasst und zum anderen einen Überblick über die individuelle Entwicklung in den verschiedenen Bereichen – wie exemplarisch im Fein- und Grobmotorischen oder sprachlichen Bereich sowie über das Spiel- und Lernverhalten – gibt.

Nach einer Beobachtungsphase wird dieser Bogen von den pädagogischen MitarbeiterInnen gemeinsam in einer Teamsitzung ausgefüllt. Dieser bildet die Grundlage für resultierende Vorgehensweisen auf das betreffende Kind bezogen, auf die Elternarbeit und / oder auf das Hinzuziehen von Institutionen, wie beispielsweise dem Allgemeinen Sozialdienst. Ferner wird hier gleichzeitig festgelegt, welches Teammitglied für die Umsetzung verantwortlich ist.
1.14.3. Anfertigung von Dokumentationen
Über die Inhalte von geführten Gesprächen mit Eltern, LehrerInnen, MitarbeiterInnen des Allgemeinen Sozialdienstes etc. wird zu Dokumentationszwecken eine Gesprächsnotiz verfasst.

Zusätzlich wird ein Gruppenbuch geführt, in dem täglich neben der Anwesenheitsliste u.a. relevante Ereignisse, Absprachen festgehalten werden. Dieses dient ebenso zum Informationsaustausch zwischen den einzelnen MitarbeiterInnen.

1.14.4. Elternbefragungen
Einmal im Jahr findet eine Elternbefragung statt. Der Fragebogen wird von der SOKE e.V., der Dachorganisation selbstorganisierter Kindertageseinrichtungen in Nürnberg, entwickelt und herausgegeben. Die Teilnahme ist freiwillig. Jedes Elternteil erhält in Papierform einen Umfragebogen sowie die Zugangsdaten für die von der SOKE e.V. zur Verfügung gestellte Internetseite. Die Eltern haben somit die Möglichkeit, anonym die pädagogische Arbeit zu bewerten.
Es ist eine Chance, konkrete individuelle Anregungen und Aspekte zur Optimierung der Einrichtung einzubringen. Die von den MitarbeiterInnen der SOKE e.V. ausgewerteten Daten werden ausschließlich für die Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Einrichtung verwendet.

2. Pädagogische Ziele und deren methodische Umsetzung

2.1. Leitgedanken
Das Fundament der gesamten pädagogischen Arbeit im Kinderhort wird von verschiedenen Aspekten geprägt:

2.1.1. Humanistisches Menschenbild
Zentrale Annahme hierbei ist, dass der Mensch als ganzheitliche Einheit aus Körper-Seele-Geist fähig und bestrebt ist, sein Leben selbst zu bestimmen. Die Menschen werden als handelnde Subjekte gesehen, die sich selbsttätig Bildung aneignen und sich somit selbst zur eigenen Persönlichkeit konstruieren .

2.1.2. Bewusstsein des soziokulturellen Umfeldes des Kindes
Das Kind erfährt im Verlauf seiner Entwicklung einen Sozialisationsprozess, der die eigene Persönlichkeit im hohen Maße formt. Einfluss nehmen hierbei vor allem folgende Faktoren:

2.1.3. Werte und Normen der pädagogischen Grundhaltung
Für die pädagogischen MitarbeiterInnen sind folgende Werte und Normen die Essenz für ihre pädagogische Grundhaltung:
• gute Beziehung zu sich und zu den Mitmenschen
• Wertschätzung
• Empathie
• Authenzität
• Ganzheitlichkeit des Menschen
• Bedürfnisorientiertes Handeln
• Leidenschaft zum Beruf
• Engagement / Motivation
• Offenheit
• Entwicklungsbereitschaft bezüglich eigener persönlicher Kompetenzen
• Reflexionsfähigkeit / – bereitschaft

2.2. Pädagogische Ziele und deren methodische Umsetzung
Die Kinder bringen Kompetenzen in den Bereichen Ich-, Sach- und Fachkompetenz mit und werden im Kinderhort befähigt, diese bereits vorhandenen Kompetenzen anzuwenden und weiter auszubauen. In der praktischen Arbeit bedeutet dies, dass das Hortteam die einzelnen Basiskompetenzen gleichwertig nebeneinander stellt und als einen fließenden, immer wieder sich verändernden Prozess versteht.

Im Sinne des gruppendynamischen Prozesses ist es dem Hortteam wichtig, auf der einen Seite das Kind mit seinen Stärken und Schwächen zu sehen und auf der anderen Seite die Gruppe mit ihrer Eigendynamik und den vom Hortteam darauf ausgerichteten Interaktionen.

Aufgrund dessen und aus den oben genannten Leitgedanken resultieren für die pädagogische Arbeit im Kinderhort „Körnerstrasse“ folgende Ziele und deren methodische Umsetzungen:

2.2.1. Schlüsselkompetenzen zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben
„Lernmethodische Kompetenz ist die Grundlage für einen bewussten Wissens- und Kompetenzerwerb und der Grundstein für schulisches und lebenslanges, selbst gesteuertes Lernen. Gepaart mit Vorwissen ermöglicht sie, Wissen und Kompetenzen kontinuierlich zu erweitern und zu aktualisieren sowie Unwichtiges und Überflüssiges auszufiltern.“

Relevante Ziele
• Lernen lernen (Art und Weise, wie Wissen erworben werden kann, um es kompetent nutzen zu können)
• Bildung von Interessen
• Erweiterung von Wissen
• Experimentieren

Methodische Umsetzung
Im Kinderhort finden die Kinder eine vorbereitete Lernumgebung vor. Diese ermöglicht ihnen, in einer gemeinsamen Lernkultur Impulse für vielfältige Erfahrungen inspirierend wahrzunehmen. Dazu stehen den Jungen und Mädchen spezifische Funktionsräume zur Verfügung, die individuell genutzt werden können: beispielsweise mit
• Spiel-, Bastel- und Konstruktionsmaterialien
• Musikinstrumenten
• Computern
• Büchern
Allgemein orientiert sich das Hortteam an der Lebens- und Interessenwelt der Kinder und moderiert dabei die Bildungsprozesse.

Daraus entwickeln sich thematische Schwerpunkte, die vorrangig Einfluss auf die Projektarbeit nehmen. Hierbei werden unterschiedliche Methoden bereichsübergreifend angewendet. Dazu zählen Exkursionen (Museen, Bücherei, Natur…) aber auch Experimente und die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen.

Des Weiteren werden Feste und Feiern im Jahreskreislauf (Geburtstage, Weihnachten, Ostern, Nikolaus, Fasching, Halloween…) aufgegriffen.

2.2.2. Gesundheitsbewusstsein
„Gesundheit wird hier in einem umfassenden Sinn als körperliche Gesundheit und Wohlbefinden verstanden, nicht mehr nur als Abwesenheit von Krankheit. Sie beinhaltet bei Kindern immer auch eine altersgemäße, gelingende Entwicklung […]“

Relevante Ziele
Vorrangiges Ziel ist, dass die Kinder ein eigenständiges Gesundheits- und Hygienebewusstsein erlangen:
• Entwicklung einer Esskultur
• Aneignung von Tischmanieren
• Erweiterung des Wissens über gesunde Ernährung
• Erwerb eines Grundverständnisses über die Bedeutung von Hygiene und Körperbewusstsein
• Erlangen von Sicherheits- und Schutzbewusstsein vor Verletzungen oder Unfällen
• Entwicklung einer positiven Geschlechtsidentität
• Aneignung von Grundwissen über Sexualität

Methodische Umsetzung
• Ernährung
Im Kinderhort wird täglich ein Mittagessen angeboten (siehe Punkt 1.11.). Die Kinder sollen dabei Essen als Genuss mit allen Sinnen erleben und dabei zwischen Hunger und Appetit unterscheiden lernen. Daher haben die Kinder die Möglichkeit, selbstregulierend auf die Menge des Essens Einfluss zu nehmen. Das Hortteam gibt gleichzeitig Anregungen, eigene Essgewohnheiten zu erweitern und die Signale des eigenen Körpers als Reaktion auf bestimmte Lebensmittel wahrzunehmen.

• Körperbewusstsein
Die Jungen und Mädchen können sich und ihren Körper kennen lernen. Dem Hortteam ist es wichtig, unterstützend und anleitend zur Seite zu stehen. So achten die pädagogischen MitarbeiterInnen darauf, dass ein Ausgleich von dem schulischen Anspruch des Stillsitzens geschaffen wird, in dem die Kinder die Möglichkeit haben, ihren Bewegungsdrang auszuleben: Nutzung der Turnhalle, von Spielplätzen und der Teilnahme an Bewegungs- und Entspannungsangeboten etc..

• Sicherheit und Schutz
Das Hortteam weist kontinuierlich die Kinder auf ein richtiges Verhalten im Straßenverkehr hin und erörtert gemeinsam Regelungen vor Ausflügen und Aktionen bezüglich Sicherheitsmaßnahmen.
Im Krankheitsfall eines Kindes werden die Eltern darüber informiert und angehalten, ihr Kind vom Kinderhort abzuholen.

• Sexualität
„Sexualität hat zu tun mit Selbstwertgefühl, mit eigener Identitätsfindung, mit der Möglichkeit, sich selbst als Mann, Frau, Junge und Mädchen als wichtig zu erfahren, ein Selbstwertgefühl zu entwickeln, sich selbst und auch den eigenen Körper zu lieben.“
Die pädagogischen MitarbeiterInnen gehen altersgemäß und situationsbezogen auf die Fragen der Kinder ein. Des Weiteren stehen den Kindern Bücher zur Verfügung.

2.2.3. Soziale Kompetenzen
„Soziale Kompetenz umfasst alle Fähigkeiten zu einem konstruktiven Miteinander im sozialen Zusammenleben und im Verhältnis zwischen Menschen und Natur.“

Relevante Ziele
• Wahrnehmung und Erfahrung von eigenen Grenzen und von Grenzen anderer
• Entwicklung eines Regelverständnisses in seiner Bedeutung und Wichtigkeit
• Entwicklung von Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit
• Aufbau und Pflege von Beziehungen

Methodische Umsetzung
Unter der Berücksichtigung der Bedeutung der Gruppenphasen bietet das Hortteam Rahmenbedingungen, in bestimmten Stadien gruppendynamische Vorgänge zu begünstigen: angemessene Eingewöhnungsphase, Angebote, die Machtkämpfe zulassen, Raum zur Ausdifferenzierung (die Kinder sollen selbst entscheiden, mit wem, wann, was, wo und wie lange sie spielen / sich beschäftigen)…

Dem Hortteam ist die Bedeutung der Beziehungen zu Gleichaltrigen bewusst. Die pädagogischen MitarbeiterInnen bieten zudem einen Raum, in dem sich die Jungen und Mädchen erleben und ausprobieren können. Zudem hat das Hortteam die Möglichkeit, geschlechtsspezifisch zu arbeiten (siehe auch Freizeitgestaltung unter Punkt 3.3.)

Die pädagogischen MitarbeiterInnen setzen den Mädchen und Jungen hauptsächlich dort Grenzen, wo das Zusammenleben der Gruppe gestört wird oder das Wohl des / der Einzelnen gefährdet ist.

Die Kinder sollen lernen, ihre Fähigkeiten angemessen einzuschätzen, wobei sie sich selbst und andere in ihrer Beurteilung mit einbeziehen können. „Kinder müssen eine Streitkultur entwickeln. Viele Kinder entwickeln gerade im Streit die Einsicht, dass sie nicht allein im Zentrum stehen, dass sie auf die anderen angewiesen sind und dass aggressive Verhaltensweisen kontrolliert werden müssen.“

Dem Hortteam ist es wichtig, dass die Kinder ihre Gefühle erkennen können und ausdrücken dürfen. Dies kann im täglichen Umgang miteinander eingeübt werden, dabei werden auch angeleitete und selbstständige Konfliktlösungen erlernt. In diesem Zusammenhang ist die Mediation als Konfliktlösungsmodell zu nennen, welches zum Ziel hat, eine win-win-Situation zu schaffen .

2.2.4. Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt
Die moderne Welt stellt an Kinder hohe Anforderungen zur persönlichen Lebensplanung und – entwicklung. Gerade die Hortkinder in und mit ihrem unmittelbaren Lebensumfeld, wie aus der Beschreibung des Punktes 1.5. ersichtlich, sind als Individuen im Besonderen dem Wertepluralismus ausgesetzt und benötigen daher Orientierung. Dazu ist eine interkulturelle Arbeit notwendig. Diese „… trägt dazu bei, Toleranz, Empathie und Kooperationsfähigkeit zu entwickeln. Erforderlich ist eine bewusste Kulturpädagogik, eine Erziehung zu sprachlicher und kultureller Aufgeschlossenheit, die die Eigenständigkeit, Wertschätzung und Präsenz anderer Kulturen und Sprachen bewusst macht.“

Relevante Ziele
• Auseinandersetzung mit der Lebenswelt anderer Kulturen
• Entwicklung von interkultureller Kompetenz
• Entwicklung von Umweltbewusstsein
• Kennen lernen von Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung

Methodische Umsetzung
Das Hortteam ist sich seiner Vorbildfunktion bewusst und versucht, Werte und Normen den Kindern als Orientierungshilfe vorzuleben und zu vermitteln. Diese sind durch das oben genannte Menschenbild geprägt. Von zentraler Bedeutung sind Höflichkeit, Respekt, Einfühlungsvermögen, Toleranz und Gleichberechtigung zu nennen.

Zusätzlich setzen sich die pädagogischen MitarbeiterInnen inhaltlich mit den verschiedenen Kulturen und den Religionen auseinander. Das Wissen fließt in die pädagogische Arbeit ein, um auf der einen Seite das gegenseitige Lernen im täglichen Miteinander zu fördern und auf der anderen Seite entsprechende differenzierte pädagogische Angebote durchführen zu können.

Als ein Weg zur interkulturellen Verständigung fördert das Hortteam einen Austausch der Kinder untereinander über traditionelle und religiöse Inhalte ihrer Herkunftskultur bzw. der ihrer Eltern und Großeltern. Dadurch werden überraschende Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede nach dem Motto „Das Fremde im Spiegel des Eigenen sehen“ aufgezeigt.

2.2.5. Resillienz / Selbstwertgefühl
„Resillienz ist die Grundlage für positive Entwicklung, Gesundheit, Wohlbefinden und hohe Lebensqualität sowie der Grundstein für einen kompetenten Umgang mit individuellen, familiären und gesellschaftlichen Veränderungen und Belastungen.“

Relevante Ziele
• Erweiterung der Frustrationstoleranz
• Entwicklung von Bewältigungsstrategien in Konfliktsituationen
• Erwerb von Kompetenzen, die zu positiven Beziehungen befähigen
• Entwicklung von Selbstvertrauen in allen Lebenslagen
• Erlangen von Wissen, mit Rückschlägen umzugehen
• Erlangen von Kenntnissen über Hilfsangebote

Methodische Umsetzung
Als Grundlage hierfür wird vom Hortteam ein offenes, wertschätzendes Klima geschaffen. Die Kinder können den Hort als einen Ort erleben, an dem sie sich wohlfühlen können, sie bedingungslos ernst genommen und angenommen sowie wertgeschätzt werden. Der Umgang miteinander und der Erziehungsstil der MitarbeiterInnen ist demokratisch-partnerschaftlich.
So haben die Kinder die Möglichkeit im Kinderhort, positive Erlebnisse zu machen, sei es beispielsweise in Form von positiven Peergroup-Kontakten und Freundschaftsbeziehungen oder einfach im Ausleben des Kindseins.
Die pädagogischen MitarbeiterInnen fungieren als verlässliche AnsprechpartnerInnen:
• Ansetzen an den Stärken der Kinder
• Vorbildfunktion als positive Rollenmodelle
• Ich-Botschaften
• Zulassen und Wahrnehmen von Bewältigungsmechanismen der einzelnen Kinder (im Mittelpunkt steht hierbei das Wohl des Kindes)
• Aufzeigen von neuen Bewältigungsstrategien (gegebenenfalls Vermittlung von Adressen und Kontakten)
• Begleitung der Kinder und deren Familien in Krisensituationen (siehe hierzu Punkt Elterngespräche 4.2.)
• Aufzeigen von Zukunftsperspektiven
• Konfliktlösungsmodell durch Mediation

2.2.6. Autonomie
Unter Autonomie versteht das Hortteam die Befähigung des Individuums, selbstbestimmt und selbstverantwortlich die Anforderungen des Lebens bewältigen zu können.

Relevante Ziele
• Entwicklung eines positiven Selbstbewusstseins
• Aufbau eines positiven Selbstwertgefühls
• Übernahme von Selbstverantwortung incl. Kennen und Tragen von Konsequenzen
• Entwicklung von Selbstregulation
• Kennen lernen von Möglichkeiten zur Selbstmotivation

Methodische Umsetzung
Die Kinder werden im Alltag am Hortgeschehen soweit wie möglich beteiligt. Dies versucht das Hortteam zu verwirklichen, indem die Kinder ihre Wünsche, Bedürfnisse und Kritiken äußern und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erarbeiten können. Bei der Freizeit- und Feriengestaltung sind die Kinder aufgefordert, eigene Vorschläge einzubringen, zu begründen und bei der Ausgestaltung mitzuwirken. Bei der Neuanschaffung von Spielmaterialien und bei der jeweiligen Raumgestaltung bestimmen die Jungen und Mädchen ebenfalls mit.

Die Kinder erfahren und erleben in einem geschützten Raum, dass jedes Handeln Konsequenzen mit sich bringt. Das Hortteam begleitet die Jungen und Mädchen dabei, den verantwortungsvollen Umgang mit diesen zu finden.

3. Besondere pädagogische Formen

3.1. Hausaufgabenbetreuung
Allgemein obliegt die Erledigung der Hausaufgaben der Verantwortung des Kindes und der Erziehungsberechtigten.

Im Kinderhort selbst wird eine Hausaufgabenbetreuung angeboten. Von Seiten des Hortteams wurde festgelegt, dass alle Kinder zumindest einen Teil ihrer Hausaufgaben im Kinderhort erledigen müssen.

Die Rahmenbedingungen der Hausaufgabenbetreuung im Kinderhort sind hierbei:
• Die Hausaufgabenzeit ist Montag bis Donnerstag von 11.30 Uhr bis ca. 15.00 Uhr – freitags findet keine Hausaufgabenbetreuung statt, da dieser Tag für Freizeitangebote, Feste, Ausflüge etc. reserviert ist.
• Der Hausaufgabenraum befindet sich abseits vom Spielgeschehen, so dass eine ruhige Arbeitsatmosphäre gewährleistet ist.
• Des Weiteren stehen den Jungen und Mädchen geeignete Hilfsmittel, wie beispielsweise Lexika, Kinderduden, Hundertertafeln, Anschauungs-materialien zur Verfügung.
• In der Regel werden im Hort die schriftlichen Hausaufgaben erledigt. Hierbei beaufsichtigen zwei ErzieherInnen die Kinder, geben ihnen Hilfestellungen bei der Lösung der Aufgaben, beantworten anfallende Fragen und kontrollieren stichpunktartig die Ergebnisse. Lernaufgaben, Leseübungen, Vorbereitungen für Nachschriften und Proben können im Rahmen des Hortalltags nicht geleistet werden . Hier grenzt sich der Hort klar von einem Nachhilfeinstitut ab. Über diese Regelungen sind die Eltern beim Anmeldegespräch aufgeklärt worden und haben ihr Einverständnis dazu gegeben.
• Ziel der Hausaufgabenbetreuung ist es, eigenverantwortliches und selbst gesteuertes Lernverhalten zu üben.

Um eine erfolgreiche Hausaufgabenbetreuung zu gewährleisten, ist ein enger Kontakt zum Elternhaus, zur Schule und zu den zuständigen Lehrkräften unumgänglich. Daher gibt das Hortteam in den Hausaufgabenheften Rückmeldungen, falls es ein Kind nicht schaffte, in 30 bis 90 Minuten (je nach Klassenstufe) alle Aufgaben zu erledigen, falls Arbeitsmaterialien fehlten, falls ein Kind Aufgaben nach mehrmaliger Erklärung und Hilfestellung nicht lösen konnte oder falls ein Kind sich nicht mehr konzentrieren konnte, um einige Beispiele zu nennen. Hierbei wird stark auf die Individualität der einzelnen Kinder geachtet.
Des Weiteren werden Sprechstunden von Lehrkräften besucht, um sich über die Kinder auszutauschen und / oder um Absprachen zu treffen.

3.2. Ferienprogramm
Während der Ferien bieten die pädagogischen MitarbeiterInnen interessante Aktivitäten an, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hortes stattfinden:

3.2.1. Innerhalb des Hortes
• Kreativangebote
• Bewegungsangebote
• Hauswirtschaftliche Angebote
• Raum für eigene Interessen (Rollenspiele)

3.2.2. Außerhalb des Hortes
• Museums- und Theaterbesuche
• Schwimmbadbesuche
• Wanderungen
• Besuch von nahegelegenen Spielplätzen
• Kinobesuche

3.2.3. Ferienfreizeit
In den Pfingstferien bietet das Hortteam eine mehrtägige Ferienfreizeit an, zu der die Eltern ihre Kinder anmelden können.

Diese findet immer in der grünen Natur statt, weit weg von Konsum, Abgasen, Hektik usw. und steht unter einem bestimmten Motto, wie beispielsweise „Abenteuer im Dschungel“ oder „Zauberwald“. Dazu werden passende Tagesprogramme entwickelt und durchgeführt.

3.3. Freizeitgestaltung
Die Kinder verbringen einen Großteil ihres Tages im Kinderhort. Somit spielt Freizeitpädagogik im Hortalltag eine wesentliche Rolle. Hierbei ist dem Hortteam die Bedeutung von Spiel als die wichtigste Form der pädagogischen Arbeit zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bewusst. Den Kindern wird viel Raum und Zeit für Freispiel geboten.

Zudem werden pädagogische Angebote aus den verschiedensten Bereichen gemeinsam mit den Kindern geplant und in Kleingruppen durchgeführt. Diese orientieren sich an den Interessen, den Ideen der Kinder und an aktuellen Themen. Im Besonderen ist der Freitag, als Hausaufgabenfreier Tag, für gezielte Angebote und Aktivitäten inner- und außerhalb der Einrichtung vorgesehen. Beispiele hierfür sind: Kochen und Backen, Besuche der Bücherei, Kreatives, Anfertigung von Dekoration im Rahmen der Raumgestaltung, Kickerturnier, Ausflüge zu Spielplätzen, Stadtteilrallyes, Schlittschuhlaufen, Schlittenfahren, Schwimmbadbesuche.

Die Kinder werden bei der Organisation und Umsetzung ihrer realisierbaren Ideen vom Hortteam begleitend unterstützt, um die Autonomie der Jungen und Mädchen zu fördern. So haben sie die Möglichkeit, beispielsweise hausinterne Kinderdiscos, Zaubershows oder Präsentationen durchzuführen.

Als wesentliche Methode der Hortpädagogik spielt die Projektarbeit eine bedeutende Rolle, um thematisch über einen längeren Zeitraum zielorientiert zu arbeiten. Hauptsächlich findet dies Einfluss in den verschiedenen Projektgruppen, beispielsweise in der Mädchen- und Jungengruppe oder bei den „Minis“ für die ErstklässlerInnen. Beispiele für Inhalte der Projekte sind neben „Jungenarbeit im Schatten der WM“, „Hier bin ich – Eingewöhnung im Kinderhort“ oder „Die Mädchengang geht auf Weltreise“ auch die Planung, Vorbereitung und Durchführung der jährlichen Weihnachtsfeier.

Allgemein ist es dem Hortteam ein Anliegen, den Kindern auch Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie nach dem Hort sinnvoll die eigene Freizeit gestalten können. Dies betrifft im Besonderen Jungen und Mädchen, die nach Abschluss der vierten Klassen den Kinderhort verlassen. So werden Adressen von Vereinen, Tanzstudios, Aktivspielplätze und Jungendtreffs etc. an Eltern und Kinder vermittelt.

4. Zusammenarbeit

4.1. Träger
Dadurch, dass Frau Anke Marx selbst im Hortgeschehen mitwirkt, sind die organisatorischen Wege denkbar kurz und ermöglichen unbürokratische Lösungen.

4.2. Elternarbeit
Eine konstruktive Zusammenarbeit in Form einer gleichberechtigten Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und Hortteam ist wichtig und notwendig, um dem Kind und seiner individuellen Problemlage in umfassender Art und Weise gerecht zu werden und es gemeinsam fördern zu können. Somit werden folgende dargestellte Leitlinien bei der professionellen Elternarbeit angestrebt:
• Wertschätzender Umgang zwischen den Familien und dem Hortteam
• Aufbau einer vertrauensvollen Atmosphäre
• Stärkung der elterlichen Handlungskompetenz
• Austausch von Erziehungsvorstellungen
• Kooperationsbereitschaft

Der Kontakt zu den Eltern wird bei Informationselternabenden sowie bei den Anmeldegesprächen hergestellt und durch so genannte Tür- und Angelgespräche (persönlich oder telefonisch) intensiviert. Des Weiteren besteht seitens des Hortteams und der Eltern die Möglichkeit, Gesprächstermine zu vereinbaren. Dieses Angebot wird von beiden Seiten kontinuierlich wahrgenommen. Bei Bedarf finden diese Gespräche auch mit der zuständigen Lehrkraft und sonstigen am Entwicklungsprozess beteiligten Personen statt. Ein täglicher Kontakt besteht über das Hausaufgabenheft.

Durch regelmäßige Elternbriefe werden die Eltern über Hortbelange und -aktionen informiert. Zusätzlich finden sie im Eingangsbereich eine Informationstafel vor, die ihnen u.a. einen Überblick über den Speiseplan, über Angebote der Projektgruppen und über Freizeitangebote gibt.

Einmal pro Schuljahr findet eine Weihnachtsfeier statt, welche die Kinder für ihre Eltern, Angehörigen, FreundInnen usw. gestalten.

4.3. Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat
Aufgabe des Elternbeirates ist es, die Zusammenarbeit zwischen Einrichtung, Eltern und Schule zu fördern und um den Eltern ein Mitspracherecht zu ermöglichen.

Die Mitglieder werden im Rahmen des ersten Elternabends Anfang Oktober in geheimer Wahl gewählt. Die Anzahl richtet sich nach der Zahl der im Hort aufgenommenen Kinder.

Der Elternbeirat trifft sich regelmäßig zu Sitzungen, bei denen die Elternschaft sowie das Hortpersonal in der Regel teilnehmen können. Die Beschlüsse werden schriftlich fixiert.

4.4. Zusammenarbeit mit der Schule
Ein regelmäßiger Kontakt zu den LehrerInnen und RektorInnen ist für die Hortarbeit unerlässlich, insbesondere da viele Kinder außerhalb der Schule nur vom Hort gefördert werden.

Der Kontakt erfolgt durch:
• den Besuch der LehrerInnensprechstunden
• Telefonate
• Dreiergespräche (Eltern / Schule / Hort)
• Zusammenarbeit mit den SchulsozialpädagogInnen
• Gemeinsame Teilnahme an Hort- und Schulveranstaltungen
Der tägliche Kontakt findet über das Hausaufgabenheft statt.

4.5. Kooperation mit Fachdiensten und Jugendamt
Im Bedarfsfall finden im Rahmen der Hilfe zur Erziehung nach §27 KJHG Kontakte mit den MitarbeiterInnen des Jugendamtes (z.B. in Form von Hilfeplangesprächen) und mit anderen Fachdiensten statt. Dies können die Erziehungsberatungsstelle, Fachkräfte, die Erziehungsbeistandschaft ausüben, etc. sein.

Einige Familien werden vom Allgemeinen Sozialdienst betreut, wobei mit den MitarbeiterInnenn reger Informationsaustausch besteht. Je nach Situation und Bedarf des Kindes kann der Zeitrahmen hierfür unterschiedlich ausfallen und persönliche Kontakte umfassen.

4.6. Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden
Eine Zusammenarbeit mit den zuständigen MitarbeiterInnen der Aufsichtsbehörden der Stadt Nürnberg, in Bezug auf Zuschüsse, Absprachen und Kostenübernahmen besteht regelmäßig.

Die MitarbeiterInnen des Gesundheitsamtes sind zudem AnsprechpartnerInnen beispielsweise bezüglich der Hygieneverordnung und des Infektionsschutzgesetzes.

4.7. Zusammenarbeit mit dem Dachverband „SOKE e.V.“
Da die Einrichtung von einem freien Träger betrieben wird, gehört sie der SOKE e.V., der Dachorganisation selbstorganisierter Kindertageseinrichtungen in Nürnberg, an. Laut ihrem Selbstverständnis bietet die SOKE e.V. u.a. „… ihren Mitgliedern eine speziell auf die Trägerstruktur der Initiativeinrichtungen zugeschnittene Organisationsberatung und Fachberatung.“ Dies betrifft beispielsweise rechtliche, organisatorische oder fachliche Belange. Ebenso vertritt die SOKE e.V. freie Träger durch ihre Gremienarbeit in politischer Hinsicht.

4.8. Zusammenarbeit mit den Fachakademien für Sozialpädagogik
Studierenden wird im Rahmen ihrer Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin / zum staatlich anerkannten Erzieher die Möglichkeit gegeben, Praktika zu absolvieren. Ein hoher Wert wird auf Anleitungsgespräche gelegt.

4.9. Zusammenarbeit mit sonstigen am Entwicklungsprozess beteiligten Personen
Im Rahmen der pädagogischen Arbeit im Kinderhort kann es notwendig und wichtig sein, mit sonstigen am Entwicklungsprozess beteiligten Personen, wie beispielsweise PsychologInnen, LogopädInnen, ErgotherapeutInnen, zu kooperieren.

5. Öffentlichkeitsarbeit

Die Transparenz der Hortarbeit wird exemplarisch umgesetzt durch:
• die aktiven Teilnahme an lokalen Veranstaltungen
• die Verteilung und Auslage von Informationsfoldern.

Schlussgedanke

Dieses hier geschilderte pädagogische Konzept sieht das Hortteam als Fundament für das pädagogische Handeln. Darauf aufbauend findet zur Verbesserung der Qualität der pädagogischen Arbeit eine stetige Weiterentwicklung statt.

Der Kinderhort „Körnerstrasse“ – „Ein Platz für Schulkinder im Herzen der Stadt“